Das sind die KMU-Erfolgsfaktoren für die Zukunft. Sind Sie mit dabei?

KMU bewerten die Digitalisierung häufig als Herausforderung. Dabei geht es in den meisten Fällen für KMU weder darum, sich völlig neu zu erfinden, noch darum alles zu digitalisieren. Worum es geht, ist ein wachsames Auge für das, was innerhalb und außerhalb des Unternehmens geschieht sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion in Bezug auf die wenige aber zentrale KMU-Erfolgsfaktoren. Welche das sind, das lesen Sie in diesem Beitrag. 

Was wird die Zukunft bringen? 

Gerade in Zeiten von VUKA gleichen Zukunftsprognosen immer häufiger einem Blick in die Glaskugel. Volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig, so wird unsere Welt beschrieben. Diesem Namen hat sie in den letzten Jahren alle Ehre gemacht: Oder hätten Sie vor einigen Jahren einen Brexit wirklich für möglich gehalten? Oder sich wirklich vorstellen können, dass die Euro-Franken-Bindung fallen wird? 

Während wir in der Vergangenheit mit Strategien auf bestimmte Vorkommnisse reagieren konnten oder uns mit Hilfe von Szenariotechniken auf Eventualitäten hatten einstellen können, lässt uns VUKA mit einem Alles-ist-Möglich immer mehr Regen stehen. Warum also noch planen, wenn dann sowieso alles anders kommt? Warum also unter diesen Vorzeichen an die Zukunft denken, wenn die Herausforderungen des Tagesgeschäfts bereits volle Aufmerksamkeit fordern? 

Zukunft – plötzlich war Sie da? 

Womöglich kennen Sie das: zu Beginn war es immer mehr ein Bauchgefühl. Die Idee, dass bestimmte Kundenaufträge ausblieben, wenngleich diese Verluste am Jahresende durch andere Kunden ausgemerzt wurden. Das Gefühl, dass sich immer weniger junge, gut ausgebildete Arbeitssuchende wirklich für den Betrieb interessierten. Oder die Annahme, dass Kunden begannen, sich zu verändern. Diese Gedanken brodeln so lange unter der Oberfläche, so lange keine neuen Konkurrenten auftauchen. Plötzlich bieten diese Mitbewerber Ähnliches an – aber in vollkommen neuer Kombination. Sie kommunizieren verstärkt oder ausschließlich online und erreichen damit nicht nur Ihre Kunden, sondern auch potentielle Mitarbeiter, die Gefallen in dieser neuen Art des Arbeitens finden. Um das zu erleben, müssen KMU-Entscheider weder unverantwortlich handeln noch besonders verbohrt sein. Um das zu erleben reicht es, ersten Signalen keine Aufmerksamkeit zu schenken. Auch die Zukunft von morgen wird leise und ohne große Vorankündigung kommen. 

KMU-Erfolgsfaktoren für die Zukunft

 100 % auf der sicheren Seite können Sie nie sein – dessen bin auch ich mir als Befürworter von Unternehmensstrategien und planerischem Denken durchaus bewusst. Das lässt VUKA nicht mehr zu. 100 % bereit – das können Sie allerdings schon sein. Bereit nämlich, auf Veränderungen im Verhalten Ihrer Kunden zu reagieren. Bereit auf geänderte Marktbedingungen oder Veränderungen im Wettbewerbsumfeld einzugehen. Und allem voran bereit, diese Veränderungen zu erkennen und zu agieren.  

Nachfolgend finden Sie vier Punkte, die über die Zukunftsfähigkeit Ihres KMU entscheiden können. Sie sind die Quintessenz dessen, was ich in den vielen Jahren meiner Zusammenarbeit mit KMU lernen durfte. Sie sind es, die viele KMU auch heute noch erfolgreich sein lassen. 

  1. Adaptive und flexible Organisationsstrukturen: Wer trifft bei Ihnen die Entscheidung, ob dem Kundenwunsch bei einer Abweichung vom Standard entsprochen werden kann? Jener Mitarbeiter, der direkt mit dem Kunden arbeitet? Wie werden bei Ihnen Projekte oder Aufträge priorisiert? Sitzen in Ihrem Unternehmen Entwickler und Ingenieure nebeneinander und pflegen sie einen regen Austausch? Auch für KMU wird es immer entscheidender werden, schnell und professionell auf zahlreiche Veränderungen reagieren zu können. Ob Sie das können, darüber entscheiden Ihre internen Abläufe und Strukturen bzw. die Art und Weise Ihrer Zusammenarbeit. 
  2. Digitalisierung dort, wo Sie Mehrwert schafft. Ob wir es wollen oder nicht, auch KMU sind gezwungen, sich der Digitalisierung zu stellen und sowohl interne Prozesse als auch kundenseitige Produkte und Services zu digitalisieren. Vergessen Sie dabei nicht, dass die Ausstattung Ihrer Maschine mit Sensoren oder die Digitalisierung Ihrer Kundenkommunikation noch keinen Wert an sich haben. Erst wenn Sie durch diese Maßnahmen Kundenbedürfnisse zielgerichteter befriedigen oder Durchlaufzeiten senken und sich damit einen Wettbewerbsvorteil und dem Kunden einen Mehrwert verschaffen können, beginnen Sie, sich für das digitale Zeitalter zu rüsten. 
  3. Denken Sie sich in Ihre Kunden und in solche, die es noch werden könnten. Auf der gezielten Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Kunden fußte in der Vergangenheit der Erfolg vieler KMU. Sie konnten sich durch gezielte Spezialisierung von der Konkurrenz abheben und Kunden an sich binden. Die Digitalisierung hat den Markt erweitert, was für viele KMU plötzlich vor eine wesentlich breitere Konkurrenz stellte. Beobachten Sie die Entwicklungen Ihrer Kunden genau, befragen Sie sie aktiv und regelmäßig. Versuchen Sie, sich wenn immer möglich mit Ihnen weiterzuentwickeln. Vergessen Sie dabei aber auch nicht solche, die noch Ihre Kunden werden könnten und versuchen Sie, deren Bedürfnisse ganz gezielt zu erkennen. 
  4. Investieren Sie in Ihre Arbeitgeberattraktivität. Verlieren Sie immer wieder gute Mitarbeiter an große Konzerne oder hippe junge Start-Ups? Oder fällt es Ihnen generell schwer qualifiziertes Personal zu bekommen? In Zeiten, in denen es immer wichtiger werden wird, gute Leute an Bord zu haben, sind gezielte Investitionen in die eigene Arbeitgeberattraktivität von strategischer Bedeutung. Das beginnt mit einem entsprechendem digitalen Auftritt (ansprechende Website) – informiert sich doch ein Großteil junger Arbeitnehmer ausschließlich online über potentielle Arbeitgeber. Damit aber nicht genug, werden insbesondere junge Arbeitnehmer sensibel darauf reagieren, ob Ihr Unternehmen eine Kultur des Vertrauens, der Selbstverantwortung und des Miteinanders pflegt. 

Von den Besten lernen

Vielen KMU ist es bereits gelungen, einen konkreten Mehrwert aus der Digitalisierung zu ziehen. Von einer dieser Erfolgsgeschichten erzähle ich in meinem Buch, Der KMU-Innovator. Die Schreinerei Fust aus Wil hat es geschafft, mit einer innovativen Produktlinie und einem dazu passenden Geschäftsmodell, das auf online-Konfiguration und -Bestellung setzt, einen Fuß in die digitale Welt zu setzen. Dass sie mit Ihrer Strategie richtig liegt, das bestätigten ihr kürzlich auch die Investoren der Schweizer Höhle des Löwen, die mit einem beträchtlichem Investment in ihr Unternehmen einstiegen. Wie aus der Idee ein neuen Geschäftsmodell entstand und was Sie davon für sich mitnehmen können, das lesen Sie in meinem Buch

Herzlichst, 

Ihr Urs Frey

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