Und noch ein Mitbringsel aus entspannten Sommertagen: „Blue Ocean Shift“, eine weitere Liegestuhl-Lektüre, die nicht nur sehr interessant zu lesen, sondern auch so motivierend ist, dass man sich wirklich wieder auf den Arbeitsstart zu freuen beginnt! Das Erfolgsduo W. Chan Kim und Renée Mauborgne schliessen mit diesem Buch an den Erfolg ihres ersten Bestsellers an und ermutigen ihre Leser, die Zukunft ihres Unternehmens bewusst in die Hand zu nehmen und zu gestalten.
Blue Ocean Strategy
In ihrem ersten Buch liessen sie beiden Autoren, W. Chan Kim und Renée Mauborgne, mit einer bis dato völlig neuen Wettbewerbsstrategie aufhorchen: „The only way to beat competition is to stop trying to beat the competitition“, lautete die Grundbotschaft dieses ersten Buches. Sie begründeten den Begriff „Blue Ocean“ und meinten damit Märkte, in denen sich anstelle erbitterter Machtkämpfe, Wachstumspotential und wenig Konkurrenz befindet. Die Autoren empfahlen ihren Lesern – ganz egal ob Einzelunternehmer oder Führungskräfte in Grosskonzernen – Energie und Ressourcen dafür aufzuwenden, um diese Blue Oceans zu entdecken bzw. zu entwickeln, anstelle alles darin zu investieren, Produkte und Services billiger als die Konkurrenz anbieten zu können.
UBER im Blue Ocean
Ein Unternehmen, das damit Erfolg hatte, ist UBER. Das 2009 gegründete Start-up Unternehmen, das mittels einer App die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten anbietet, verfolgte die Blue Ocean Strategy in allen Punkten: Anstatt zu versuchen mit Dumping Preisen in einen heiss umkämpften Markt einzutreten, setzte UBER auf ein innovatives Konzept und auf die Verwendung vorhandener Technologien (Apps statt Telefonat) und konnte so praktisch über Nacht die Konkurrenz ausschalten. UBER konnte aber auch zu einem wesentlich günstigeren Preis als herkömmliche Taxiunternehmen anbieten, da es ihnen gelang ihre Kostenstruktur zu optimieren (bspw. durch das Umgehen einer Taxizentrale). Typisch für die Blue Ocean Strategie ist es auch, dass UBER praktisch nichts wirklich neu erfinden musste. Vielmehr lag das Innovationspotential des Unternehmens in der neuartigen Gestaltung des Gesamtangebotes (= Nutzeninnovation), zum Beispiel durch das Ausnutzen bereits vorhandener Technologien und das Weglassen unattraktiver Leistungseigenschaften. Damit konnte es den Nutzen für den Kunden steigern und gleichzeitig die Kosten für den Kunden senken!
Nicht umsonst wieder ein New York Times Bestseller
In ihrem Nachfolgebuch, Blue Ocean Shift, erklären die Autoren das, was unter Umständen im ersten Buch zu kurz kam: nämlich wie genau der „Shift“, also der Prozess vom Tümpeln im Red Ocean zum im beherzten Schwimmen im Blue Ocean, funktionieren kann. Dafür stellen sie fünf Schritte vor, die mit Hilfe genauer Arbeits6shy;anweisungen und konkreter Arbeitsunterlagen auch wirklich 1:1 angewendet werden können. Kim und Mauborgne sind etablierte Experten auf diesem Gebiet. Dementsprechend sind all ihre Aussagen auch mit interessanten und gut nachvollziehbaren Forschungsergebnissen hinterlegt. Wirklich interessant sind aber die Praxisbeispiele aus unterschiedlichsten Branchen und Unternehmensgrössen, die nicht nur aufzeigen, wie es funktionieren kann, sondern auch dass es das tut!
Eine interessante Methode für KMU
Die Blue Ocean Strategy ist eine Methode, die sich auch insbesondere für KMU eignet. Im Unterschied zu Grossunternehmen ist es KMU nicht möglich, auf kostspielige Entwicklungsabteilungen zurückzugreifen und grosse Produktinnovationen auf den Markt zu bringen. Worin KMU aber einen Vorteil haben, ist ihre oft detaillierte Markt- und Kundenkenntnis und ihre immanente Flexibilität.
Meiner Erfahrung nach ist dieser Shift zwar eine gutes Stück Arbeit, welches mit den wichtigsten Mitarbeitern geleistet werden muss, doch die Arbeit am eigenen Geschäftsmodell macht sich für jedes Unternehmen bezahlt. Es motiviert und bindet Mitarbeitende nicht nur an das Unternehmen, indem sie aktiv eingebunden werden, die Zukunft aus Sicht des Kunden aktiv zu gestalten, sondern erhöht auch die Attraktivität des Unternehmens aus Kundensicht.
Machen Sie sich diese Vorteile zu Nutze und versuchen Sie einmal ganz bewusst nicht in gewohnten Mustern, sondern wirklich Out-of-the-Box zu denken. „Blue Ocean Shift“ kann Sie dabei nicht nur wunderbar anleiten, es wird Sie auch sehr inspirieren und motivieren. Für die Autoren nämlich gilt das, was Nelson Mandela einmal sagte: „Es scheint immer unmöglich, bis man es getan hat.“
Lassen Sie es mich wissen, wenn Sie das scheinbar Unmögliche probiert haben!
Herzlichst,
Ihr Urs Frey
Kim, W. Chan, Mauborgne Renée (2018):
Blue Ocean Shift. Jenseits des Wettbewerbs. Vahlen, München.